Das Kostüm

Das Kostüm ist ein oft unterschätzter Faktor wenn es um einen Auftritt geht. Leider viel zu oft sehe ich Leute, die auf sehr hohem Niveau jonglieren in Jeans und T-Shirt auf der Bühne stehen. Dazu das Lieblingslied und kaum Bewegung und das ganze sieht eher nach einer Trainingssession aus. Das muss nicht sein. Ein wirkungsvolles Outfit muss nicht zwangsweise teuer oder aufwendig sein. Wer geschickt auswählt kann aus seinem Alltagskleiderschrank schon schnell und einfach ein tolles Bühnenoutfit zusammenkombinieren. Es muss auch nicht immer ein bestimmter Charakter verkörpert werden, bzw. ergibt sich dieser meist wie ganz von alleine durch die Wahl von Outfit und Musik. Die Wahl des Kostüms kann als die Atmosphäre der ganzen Nummer inspirieren.

Ein perfektes Kostüm…
…passt zum dargestellten Charakter bzw. der erzählen Geschichte
…lässt Bewegungsfreiheit (so viel wie für die Nummer notwendig ist)
…behindert den Künstler nicht (z.B. keine Fransen in denen sich das Diabolo verfangen könnten bei einer Diabolo-Nummer)
…gibt dem Künster Sicherheit
…ist (, falls es für mehrere Auftritte verwendet werden soll) stabil und waschbar

Bei Feuernummern darf ein Kostüm keine brennbaren oder schmelzbaren (=synthetischen Materialien) enthalten!!!

Zunächst mal so die Klassiker:

Anzug

Wohl der Klassiker und besonders beliebt bei Jongleuren und Diabolospielern. Lässt sich mit Sonnenbrille, Krawatte, Fliege, Hut, Hosenträgern, Spazierstock oder Aktenkoffer aufpeppen. Varianten wären z.B. der unifarbene Anzug in Neonfarben mit passender Perrücke oder ein Anzug mit Tierprint/Schottenmuster, welche aber schwieriger zu beschaffen sind.

Pro:
+ Sieht auf jeden Fall nicht nach Trainingsklamotte aus
+ hat man selber im Schrank, oder man fragt Papa/Opa

Contra:
– ausgelutscht
– unter Umständen eingeschränkte Bewegungsfreiheit

Kleidchen

Was der Anzug bei den Herren ist bei den Frauen das kurze, unifarbene, weitschwingende Kleidchen. Bei Gruppen ist es besonders wirkungsvoll, wenn alle beteiligten ein identisches Kleid anhaben, oder verschiedene Kleider der gleichen Farbe. Oder auch das gleiche Kleid in verschiedenen Farben.
Pro:
+ hat man auf jeden Fall da
+ wenn nicht, ist es i.d.R. günstig zu bekommen
+ relative gute Bewegungsfreiheit

Contra:
– überkopf kann man quasi vergessen

Der Ganzanzug

Besonders beliebt bei Nummern mit starker Körperlichkeit wie z.B. Akrobatik, Vertikaltuch, Trapez, Equilibristik,… Gibt es ab 40 € bei Pappnase  , im Ballettbedarf  ansonsten auch öfters bei Ebay, hier ist jedoch besondere Vorsicht geboten, da viele dort angebotenen Anzüge eine Öffnung im Schritt haben.

Pro:
+ Absolut uneingeschränkte Bewegungsfreiheit
+ Bewegungen können vom Publikum genau nachvollzogen werden
+ einige Morphsuits sind sogar schwarzlichtaktiv

Contra:
– möglicherweise ungeeignet für Kontaktjonglage/Duoakrobatiknummern, da das Material zu rutschig ist
– relativ teuer (im Vergleich zu Kleidung, die man „eben da hat“)
– Möglicherweise nicht überall verwendbar –> schwarzer Anzug vor schwarzem Hintergrund = keine gute Idee
– nicht jeder fühlt sich wohl in so einem hautengen Ganzkörperkondom
– ist aus 100% synthetik und brennt daher wie Zunder –> nicht geeignet für Feuernummern!!!

Wenn’s mal wieder ein letzte-Minute-Kostüm sein darf helfen manchmal auch einfache Accesoires um ein Outfit noch aufzupeppen. Ob dabei weniger mehr oder viel zu viel gerade gut genug ist, entscheidet der Charakter, den man auf der Bühne darstellen möchte. Für einen Clown kann man nach Lust und Laune so viele Dinge so bunt wie möglich durcheinander kombinieren. Soll der Charakter eher zurückhaltend sein, gilt dies auch für die Kleidung. Hier sollten Accesoires gezielt und dezent ausgewählt werden. Es ist auf jeden Fall nie verkehrt, wenn man öfters spontane Auftritte hat, sich ein kleines Reportoie an Gummistiefeln, Latzhosen, Ringelstrümpfen, Gürteln, Hüten, Mützen, Stirmbändern, Perücken etc zuzulegen.

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