Woche 6 – Vorstellung: Die Minis

So. Da ich ja nun nicht mehr über die Vorbereitungen für die Herbstaufführung berichten kann und es wahrscheinlich relativ langweilig zu Lesen ist, wie wir die Plakate abhängen, Stände abbauen und Fritteusen putzen, dachte ich, ich schreibe mal was zu den regelmäßigen Trainingsgruppen. Die nächsten zwei Wochen sind ja Herbstferien, in denen keine regelmäßigen Gruppen, sondern Ferienangebote in Form vom Zirkusschnupperkursen stattfinden. Danach beginnen die regulären Waldonigruppen wieder, die in der Zeit vor der großen Aufführung in Trainingsgruppen für die einzelnen Disziplinen verteilt waren.

Soweit dazu. Diese Woche hab ich mich dazu entschieden, die Minis vorzustellen. Am Anfang war ich ja noch ein bisschen skeptisch: Wie soll ich bitte einer Riesenhorde durch die Gegend wuselnder 5- bis 9-jähriger Zirkus beibringen? Die können mit ihren kurzen Ärmchen doch kaum ein Diabolo halten ohne dass es am Boden schleift und Jonglieren ist doch viel zu anspruchsvoll. Was macht man mit denen? Zum Glück hatte ich die Möglichkeit, erstmal ein paar Stunden zusammen mit Mini-erfahreneren Trainern zu machen, wodurch ich eine grobe Vorstellung bekam wie eine Trainingsstunde bei den Minis abläuft.

 

Natürlich beginnt alles im Kreis mit der Begrüßung und dem obligatorischen Checken der Anwesenheit. Dann natürlich ein Spiel, bei dem alle in Bewegung kommen um so Sehnen und Muskeln Aufzuwärmen (zur Vorbeugung von Verletzungen, aber auch weil es einfach Spass macht). Für jede Stunde suchen wir dann ein bis zwei Disziplinen aus und teilen eventuell die Gruppe, so dass immer nur die Hälfte der Kinder an einem Gerät ist und anschließend wird dann gewechselt. Erstaunlicherweise klappt das werfen und fangen von Tüchern und Bällen schon sehr gut, man könnte es bei manchen sogar schon Jonglieren nennen. Auch Diabolospielen, Rola, Kugellaufen, Trapez sind für die Minis kein Problem. Sie bauen sogar kleine Pyramiden und können auch gut einschätzen, welche Position sie selbst darin einnehmen können/müssen, so dass das Ganze stabil ist und keiner dem anderen wehtut. Ich musste mir eingestehen, dass ich die Kinder anfangs sehr unterschätzt hatte, umso positiver bin ich überrascht wie schnell die Minis neues Lernen und mit wieviel Spass sie bei der Sache sind.

Natürlich funktioniert die Vermittlung des artistischen Könnens in den Minigruppen zum größten Teil spielerisch, z.B. durch Parcours in denen die Kinder über Wippen, Schwebebalken balancieren, auf Matten rollen, durch Tunnel krabbeln etc.  Aber vor dem Hintergrund, dass wir in den Minis die Kinder fitmachen wollen für die Waldonigruppen (die dann auch bei der großen Aufführung mitmachen), soll das Training eben keine reine Bespaßung sein, sondern die Kinder auch fordern und weiterbringen. Dadurch, dass unsre Minis aber so super motiviert und Zirkushungrig sind seh ich keine Schwierigkeiten darin, diesen kleinen Balanceakt zu meistern. Nach den Herbstferien werden wir eine neue Disziplin anfangen. Oft angefragt, heiß ersehnt und erbettelt. Endlich: Einrad.

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